Der Weyarner Weg der Bürgerbeteiligung

Die jährlichen Budgets für die Arbeitskreise

 

Arbeitskreis-Budgets sind gut angelegtes GeldWie funktioniert das Verfahren?

Jedes Jahr im Januar kommt das Steuerungsgremium zur Budgetsitzung zusammen. Die Mitglieder des Gremiums beraten und beschließen über die Budgetanmeldungen der einzelnen Arbeitskreise. Das Verfahren ist transparent: Die Vertreter der Arbeitskreise stellen jeweils ihre Planungen und Projekte für das laufende Jahr vor und beantragen das dafür notwendige Budget. Im Plenum wird über jeden einzelnen Budgetantrag diskutiert und am Ende öffentlich abgestimmt. Dieses Procedere wiederholt sich bei jedem Arbeitskreis. Die meisten Anträge gehen erfahrungsgemäß so durch, wie sie gestellt werden. Doch nachgefragt, hinterfragt und diskutiert wird auch hier und manchmal wird bei dem ein oder anderen Projekt auch der Rotstift angesetzt. Oder es tun sich zwei Arbeitskreise für ein Projekt zusammen, sodass Kosten reduziert werden können. Die gesammelten Budget-Beschlüsse fließen dann in die Haushaltsberatungen der Gemeinde ein und werden im Idealfall so, wie sie das Steuerungsgremium verabschiedet hat, in den Gemeindehaushalt aufgenommen. Mit der Verabschiedung des Gemeindehaushalts können die Arbeitskreise über ihr Budget verfügen.

Wie hoch sind die Summen?

Die geplanten Kosten aller Arbeitskreise liegen seit Jahren konstant im Bereich von 20.000-25.000.- €. Ebenso regelmäßig werden nur zwei Drittel des beantragten AK-Budgets abgerufen. Der verbleibende Rest wird am Jahresende allerdings weder für andere Projekte verwendet noch angespart oder ins nächste Jahr übertragen. Vielmehr beginnt das Procedere im neuen Jahr wieder von vorn.

Die Arbeitskreise haushalten sorgsam und sind immer darauf bedacht, durch Eigenleistung Geld einzusparen. Über die Verwendung der Mittel legen sie gegenüber der Verwaltung Rechenschaft ab.

Die von den Bürgerarbeitskreisen beantragten und verwalteten Mittel schaffen Angebote, die sich eine kleine Gemeinde wie Weyarn sonst kaum leisten könnte. Darauf sind viele Bürgerinnen und Bürger zurecht stolz. Ihr ehrenamtliches Engagement ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Aber ganz ohne materielle Hilfe geht es natürlich nicht.

Kosten und Nutzen der Weyarner Bürgerbeteiligung

Im Rahmen des Netzwerks „Allianz Vielfältige Demokratie“ der Bertelsmann Stiftung wurde 2017 eine Kosten-Nutzung-Rechnung anhand von drei Arbeitskreisen aufgestellt:

Arbeitskreise Kosten 2010-2016 Maßnahmen und Projekte
AK Altersplanung
(ca. 12 Personen)
3.340.– € Leben im Alter

• Veröffentlichung eines Seniorenratgebers

• Seniorenbefragung als Grundlage für Maßnahmen des AK Altersplanung

• monatliche Seniorenausflüge

• Einrichtung einer Seniorenhilfe (ca. 40 ehrenamtliche Helfer)

• Initiative Klinikpaten für Menschen, die aus dem Krankenhaus nachhause entlassen werden

• Wohnberatung für Senioren

• Seniorenpolitisches Gesamtkonzept

• Beratung und Zusammenarbeit mit Investor der Mehrgenerationenhäuser am Klosteranger

AK Bücherei
(ca. 20 Personen)
24.500.– € Schaffung und Betrieb einer Bücherei

• 6.500 ehrenamtliche Dienststunden/Jahr

• 1.000 aktive Leser

• 10.000 Medien

• 20.000 Entleihungen/Jahr

AK MuKK
(ca. 10 Personen + ehren­amtliche Helfer bei den Veranstaltungen)
12.625.– € Erhalt und Ausbau der Kultur- und Begegnungsstätte WeyHalla, Förderung von Musik und Kleinkunst

• Musik- und Kleinkunstveranstaltungen

• regelmäßiges Kneipenkino (kostenlos)

• Weyarner Kleinkunsttage

• Soulkonzert des WeyHalla Soulchors

Wie ist die Situation aktuell?

Die Coronakrise zwingt uns heuer zwar zu einem etwas anderen Verfahren: Die Budget-Sitzung des Steuerungsgremiums muss digital abgehalten werden, damit die Beschlüsse rechtzeitig zu den kommunalen Haushaltsberatungen vorliegen. Das hält die Arbeitskreise aber nicht davon ab, ihre Planungen weiterzutreiben und ihre Projekte voranzubringen, so gut es geht. Die Vorbereitungen für normalere Zeiten sind in vollem Gang!